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Korsika Road Trip – einmal um die französische Insel

Reisen | 24. Oktober 2016

Für die letzten beiden Urlaubswochen hatten wir vor, den Sommer etwas zu verlängern. Dementsprechend haben wir ein warmes Ziel im Mittelmeer gesucht. Da es uns auf Elba 2014 schon so gut gefallen hat, haben wir uns die deutlich größere Insel, Korsika, ausgesucht.

Korsika gehört zu Frankreich und hat eine beeindruckende topografische Anatomie d.h. der höchste Berg ist 2706 Meter hoch. Das ist viel, bedenkt man, dass es am Meer null Meter sind!

Von Deutschland über die Schweiz bis nach Italien und von dort nach Korsika.

Vom heimischen Bielefeld ging es mit unserem Bulli erst einmal nach Konstanz am Bodensee. Von dort aus sind wir dann in eins nach Livorno durchgefahren und haben den Frachter nach Bastia (Korsika) genommen. Die Insel selbst haben wir einmal umrundet, inklusive zwei Schlenker in das bergige Inland. In Summe sind wir also 700 Kilometer über die kurvigen Straßen von Korsika gezuckelt. Die Rückreise verlief dann ähnlich, nur dass wir statt in Konstanz, an den Rheinfällen gastiert haben.

Reisezeit
1.10. – 15.10.2016

Strecke
700 km auf Korsika, 3600 km insgesamt

Highlights
Col de Bavella, Lac de Nino, Corte, Saint Antonino, Cap Corse

Polaroids von der Insel Korsika

Links: Ein Katamaran am Cap Corse; Rechts: Ein Bulle latscht über den Parkplatz am Fuße des Lac de Nino (Polaroid SX70, Impossible B&W)

Dani und Kirby im Fährhafen von Livorno (Italien)

Dani und Kirby im Fährhafen von Livorno (Italien)

Im Südosten von Korsika: Die Gebirgswelt rund um den „Col de Bavella“

Als „der schönste Pass der Insel“ wurde der Col de Bavella im Reiseführer mit einem Stern angepriesen. Die Piste zur einsamen Bergwelt hinauf ist der Knaller. Schier endlos kommt eine Kurve nach der anderen, winzige Brücken, Wasserfälle und schöne Wälder, soweit das Auge reicht. Von der 1218 Meter hoch gelegenen Passhöhe hat man schließlich eine grandiose Aussicht über die Insel, das Bergmassiv und die Kiefernwälder. Ich ballere mir demzufolge, die halbe Speicherkarte voll.

Ein kleines Bergdorf am Col de Bavella

Ein kleines Bergdorf am „Col de Bavella“

Eine Berghütte auf Korsika

Nachthimmel am Col de Bavella auf Korsika

Die Nacht ist sternenklar und eisig kalt. Ich komme nicht umhin, ein paar Fotos zu schießen.

Sonnenaufgang am Col de Bavella auf Korsika

Die Sonne geht im Oktober erst um 7:30 Uhr auf, sodass es kein Problem ist, den Sonnenaufgang mitzubekommen.

Sonnenaufgang am Col de Bavella auf der Insel Korsika

Sonnenaufgang am „Col de Bavella“

Glasklares Wasser und lange Strände: Die Ostküste von Korsika

Die Ostküste ist deutlich flacher gegenüber den steilen Klippen im Westen. Es ist die vom Meer geschützte Seite und eignet sich somit ideal zum Baden. Der ein oder andere hält es hier sicher zwei Wochen am Stück aus. Mir ist aber schon nach einer Stunde langweilig und so fuhren wir, ein paar Fotos später, schon weiter nach Bonifacio.

Sandstrände auf Korsika

Golfe de Porto-Vecchio: hier sollen die Strände am schönsten sein. Das kann ich durchaus bestätitgen!

Zitronen am Baum

Das müsste ein Zitronenbaum sein, sehr geil! Sieht ultralecker aus mit den Wassertropfen.

korsika_mood

Das Bergland von Korsika mit der Stadt Corte

Wir entschließen uns wieder in die Berge zu fahren und halten auf die Stadt Corte zu. Auf dem Weg dorthin besuchen wir noch die Wasserfälle „Cascade des Anglais“. Auch in der Stadt Corte gefällt es uns abermals sehr gut. Es ist zwar auch deutlich kälter als am Meer, aber wir sind auch immerhin, auf 1000 Metern höhe. Der Campingplatz ist entgegen meiner Vermutung rappelvoll – d.h. die Wandersaison geht erst jetzt wieder los.

Eine kleine Wanderung zu den Cascade des Anglais nahe des Bergpasses Col de Vizzavona.

Eine kleine Wanderung zu den „Cascade des Anglais“ nahe des Bergpasses „Col de Vizzavona“.

Stadt Corte Korsika

Die Stadt Corte auf Korsika: Alter Gammel in der Bergregion. Ich finde das richtig geil hier.

Boulangerie Corte Korsika

Boulangerie: Auf so alte Vintage-Beschriftungen stehe ich total. Die Stadt hat richtig Charme mit dem ganzen Schammel.

Impressionen Corta Korsika

Le Bar: Die Kneipe vom Capingplatz „U Sognu“.

Eine tolle Wanderung zum Bergsee „Lac de Nino“ im inneren von Korsika.

Was für ein Abenteuer! Die 12 Kilometer lange Wanderung zum Bergsee war nicht, was ich gewöhnlich als Wanderung bezeichnen würde: Viel mehr war es ein Klettern und Kraxeln über Felsen und Steine hinweg. Dabei hat sich unser kleiner Hund als wahre Bergziege ausgezeichnet. Eifrig ist er durch das Trümmerfeld aus Geröll und Felsen gesprungen.

Hätten wir auf dem Weg nicht ein paar nette Amerikaner getroffen, die selbige Unternehmung vorhatten, wären wir wieder umgedreht. Die Strecke war mitunter so anspruchsvoll, dass wir Sorge hatten, nicht wieder zurückzukommen. Weiterhin war die gelbe Markierung des Wanderpfades nicht immer gut zu sehen. Aber dann, endlich am Gipfel auf 1743 Metern angekommen, wird plötzlich ein imposantes Panorama durch den Dunst der Wolken sichtbar – brontal! Folglich komme ich nicht umhin, diese Wanderung als mein absolutes Highlight der Insel Korsika zu benennen.

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Mit Moos bedeckte Steine: der Wanderweg zum Bergsee Lac de Nino ist so richtig urig.

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Am Wegesrand klettern Rinder über Felsen: Mit einer Wanderkarte habe ich mich auf die Tour vorbereitet.

Wanderung zum Lac De Nino auf Korsika

Endlich angekommen: Das Panorama, das sich uns bietet, ist mega fett. Für mich einer der schönsten Orte auf unserer Korsika Tour.

Wanderung Lac de Nino Korsika

Immer auf der Suche nach der gelben Markierung erreichen wir doch irgendwann wieder den Parkplatz. Das hat Spaß gemacht!

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Wieder zurück auf der Parkplatz läuft auch hier ein Bulle zwischen den parkenden Autos her.

Wir fahren weiter die Ostküste in Richtung Norden

Unser Road Trip führt uns immer weiter die kurvigen Straßen gen Norden. Die Pisten sind schon ein echter Traum! Wer unten auf der Karte ein bisschen zoomt, kann sehen, dass es eigentlich keine Geraden gibt. Wir wollen zum Cap Corse. Bis wir dort ankommen, besuchen wir noch den „Golfe de Porto“ und Calvi.

Sonnenuntergang auf Korsika

Die Sonne geht mal wieder unter – es ist der Knaller hier im Oktober!

Golfe de Porto Korsika

„Golfe de Porto“ – ein bisschen Kitsch muss auch sein. Der Strand ist komplett leer.

Camping verboten! Von diesen Schildern stehen leider viel zu viele auf Korsika.

Camping verboten! Von diesen Schildern stehen leider viel zu viele auf Korsika.

Die Stadt Calvi im korsischen Nordwesten.

Die Stadt Calvi im korsischen Nordwesten.

Streetart in den Straßen vol Calvi.

Streetart in den Straßen von Calvi.

Die heiße Gabi von Korsika.

Die heiße Gabi von Korsika.

Das Bergdorf Saint Antonino und die Küstenstadt St-Florent

Das pittoreske Dorf Saint Antonino ist auf der Spitze eines Hügels gelegen. Alte Gässchen und ein wunderbarer Ausblick ins Land belohnen die Reise in den entlegenen Ort. In St Florent lassen wir es uns gut gehen. Bummeln an der Hafenpromenade und saufen zwei Aperol Spritz, nachdem es ordentlich geregnet hat.

Roadtrip Korsika

Korsika ist so vielseitig – um es mit anderen Worten zu sagen: nichts wie hin!

Ein alter, blauer Renault 4

Ein alter Renault 4 – von den Kisten würde ich gerne noch ein paar mehr auf den Straßen sehen.

Eine Herde Schafe auf Korsika

Eine Herde Schafe auf Korsika. Generell stehen in Korsika so einige Tiere neben und auf der Straße: Schweine, Schafe, Ziegen, Kühe, Hunde, …

Aperol Spritz

Wir lassen es uns bei zwei Aperol Spritz gut gehen. Die Dinger sich verdammt lecker!

Ein Corse, so heißen hier die Einheimischen, in seinem Renault 5 und seinem Hund.

Schnappschuss: Ein Korse, so heißen hier die Einheimischen, in seinem Renault 5 und seinem Hund.

Zum Schluss noch ein echtes Highlight: Das Cap Corse – der nördliche Zipfel von Korsika.

Wir besuchen den wunderschönen Ort Nonza, die Moulin Mattei und übernachten schließlich an einem schwarzen Kiesstrand am Cap Corse. Die Windmühle ist auf jeden Fall fürn Arsch – die hat nicht einmal Flügel! Über den besten Stellplatz der gesamten Reise freuen wir uns hingegen sehr!

Road Trip Korsika

Mit dem Auto über die Insel geht verdammt gut! Folglich kann ich einen Road Trip nur wärmstes empfehlen.

Nonza auf Korsika

Die Örtlichkeit Nonza, zu Recht mit einem von 12 Sternen im Reiseführer bedacht!

Die schwarzen Strände gibt es nur am Cap Corse.

Die schwarzen Strände gibt es nur am Cap Corse. Baden im Meer? Im Oktober kein Problem.

Cap Corse

Das Cap Corse einer der schönsten Orte auf unserer Reise auch aufgrund der vorherrschenden Einsamkeit.

Genuesische Türme Korsikas

Genuesische Türme kann man entlang der gesamten Küste Korsikas entdecken. Sie dienten eins der Sicherung vor Überfällen der Sarazenen und Mauren. (Quelle: paradisu.de)

nachthimmel_korsika

So sternenklar hab ich den Himmel noch nie gesehen wie hier auf Korsika. Dementsprechend kalt war es in dieser Nacht.

schwarzer_strand_korsika_impressionen

Oktober Korsika

Ja, es ist vor allem morgens und abends schon richtig kalt auf der Insel.

Korsika baden im Meer

Nur die Harten kommen in den Garten: Ich gehe tatsächlich im Meer schwimmen. Obwohl das Wasser hier ziemlich kalt aussieht, ist es doch noch recht warm im Oktober.

Heimreise: Von Livorno nach Bielefeld.

Innerhalb von 4 Stunden sind wir wieder mit der Fähre von Bastia zum italienischen Festland gefahren. Von dem aus wir erst einmal einen Halt im Bergdorf Pontremoli machen. Um die 1.200 Kilometer möglichst in der Mitte zu unterteilen, haben wir uns den Rheinfall bei Schaffhausen in der Schweiz ausgesucht. Ein durchaus lohnenswerter Halt!

Der Rheinfall, in der Nähe der deutschen Grenze, ist durchaus eine Reise wert.

Der Rheinfall, in der Nähe der deutschen Grenze, ist durchaus eine Reise wert.

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5 Kommentare zu „Korsika Road Trip – einmal um die französische Insel“

  1. 23. Februar 2017 um 10:05
    susan

    Moin Philipp,

    hab Deine Fotos auf Instagram entdeckt und bin nun hier gelandet. Schöne Aufnahmen!
    Wir wollen nächstes Jahr auch mit dem VW Bus nach Korsika. Wegen der Schulferien müssen wir leider im Sommer fahren, deshalb wird es mit Sicherheit voller :0/
    Eine Frage, kannst Du uns noch ein paar schöne Campingmöglichkeiten/-Plätze oder auch andere Unterkünfte empfehlen, die Euch auf Eurer Reise gut gefallen haben. Wild campen geht auf Korsika ja leider schlecht…
    Würde mich über eine Antwort freuen.
    Vielen Dank und viele Grüße aus Hamburg,
    susan.

  2. 30. Oktober 2016 um 12:29
    Mary&Micha

    „Die gibt’s bei einem Fotoabend zu Erdnüssen und Bier.“
    Hier, wir wollen auch! ;-)
    Ist mal wieder geil geworden!!!

  3. 29. Oktober 2016 um 09:10
    Marc

    Unglaublich, was der aus dem Canon-Sensor immer wieder rausholt – ein bisschen Systemkrieg muss schon sein. Wirklich schöne Bilder! Besonders freut mich aber , dass Ihr endlich alle 3 zu Bergwanderfreunden geworden seid.

  4. 28. Oktober 2016 um 08:58
    Pascal

    Das sieht echt sehr schön aus dort. Viele gute Bilder! Ein paar mehr weitwinklige Landschaftsaufnahmen fände ich noch gut, dann kann man es sich noch besser vorstellen

    • 28. Oktober 2016 um 21:42
      Philipp

      Die gibt’s bei einem Fotoabend zu Erdnüssen und Bier.

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