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Eine unvergessliche Reise durch die Bretagne und Normandie

Reisen | 30. Juni 2018

Wir waren mal wieder in der Weltgeschichte unterwegs aber anders als ursprünglich geplant, nicht in den Alpen, sondern im Norden Frankreichs. Aus gesundheitlichen Problemen – wir sind immerhin auch schon über 30 – mussten wir wenige Tage vor Abreise noch umbuchen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Da ich irgendwann vorhabe mich in Europa so gut auszukennen, wie in meiner eigenen Westentasche war ich natürlich auch für ein Alternativziel längst vorbereitet. Es ging nach Frankreich, Bonjour!

Klares Ziel war die Bretagne. Wir hatten zwei Wochen Zeit, den Norden von Frankreich gründlich zu erkunden. Auf meiner Liste standen Steilküsten, Leuchttürme, Altstädte und Wälder. Letztes Jahr hatte ich mein Fotoequipment noch um ein professionelles Carbon Stativ erweitert, das hier zu etlicher Einsatzzeit kommen sollte. Doch dazu später mehr.

Reisezeit
01.06. – 15.06.2018

Strecke
3.300 km

Highlights
Étretat, Le Mont-Saint-Michel, Foret de Huelgoat, Pointe de Kermorvan, Locronan, Pointe de Penhir

Das Video hat Dani mit Ihrer neuen super tollen Kamera (Sony Alpha 7 III) gemacht. Wer nicht lesen mag, schaut sich einfach die zwei Minuten Film an.

Ziel Nummer eins: die Normandie.

Es ist ja mittlerweile selbstredend, das es sich bei unseren Urlauben immer um einen Road Trip handelt. Logisch, dass wir die weite Strecke bis in die Bretagne wieder in handlich Etappen unterteilen. Ziel eins war Étretat – eine Gemeinde in Frankreich, die über spektakuläre weiße Felsenklippen verfügt. Leider entstehen gute Fotos meistens außerhalb der eigenen Komfortzone. Wir verließen das Bett schon um 4:30 Uhr, um auf die aufgehende Sonne direkt an den Klippen zu warten. Es sollte sich gelohnt haben.

Die Felsenklippen von Étretat Minuten vor Sonnenaufgang, dieses Foto ist um 5:50 Uhr entstanden.

Die Felsenklippen von Étretat Minuten vor Sonnenaufgang, dieses Foto ist um 5:50 Uhr entstanden.

Étretat Sonnenaufgang

Mortain und Fougères

Auf dem Weg zum Le Mont-Saint-Michel der das Tor zur Bretagne darstellt, machen wir noch eine Übernachtung in Mortain. Wir schauen uns schöne Wasserfälle und Wälder an. Ich führe ein nettes Gespräch mit einem Einheimischen und wir haben den besten Stellplatz unserer Reise. Die Franzosen sind hier ein sehr nettes Folk, wir fühlen uns total willkommen und sehr wohl. Das ging mir auf Korsika, welches auch in französischer Hand ist, nicht so. Als Nächstes bügeln wir nach Fougères, ein Ort wie eine Mittelalterburg, sehr eindrucksvoll.

Links ein Wasserfall in Mortain und rechts die Mittelalterstadt Fougères.

Links ein Wasserfall in Mortain und rechts die Mittelalterstadt Fougères.

Unser treuer Begleiter: Hund Kirby ist immer dabei.

Unser treuer Begleiter: Hund Kirby ist immer dabei.

Le Mont-Saint-Michel

Das Wetter lässt uns leider total im Stich als wir am Mont-Saint-Michel aufschlagen. Es ist nass, kalt und grau. Meiner Begeisterung für dieses Bauwerk tut das jedoch keinen Abbruch. Für mich eines der Sieben Weltwunder. Das dieses Bauwerk von Menschenhand geschaffen wurde, fällt mir schwer zu glauben. Hinter diesen mächtigen Mauern, die vom Meer eingesäumt sind, befindet sich noch eine richtige mittelalterliche Stadt. Wir beschließen auf dem Rückweg unserer Reise noch einmal hier vorbeizukommen, da es praktisch auf dem Weg liegt. 

Le Mont-Saint-Michel

Ein Bild von unserer Rückreise. Hier hatten wir deutlich besseres Wetter.

Le Mont-Saint-Michel

Le Mont-Saint-Michel

An der Atlantikküste entlang

Wir sausen immer weiter an der Atlantikküste entlang und klappern sämtliche Sehenswürdigkeiten ab, die in der Karte und meinen Notizen vermerkt sind. Kommen an Windmühlen, Ruinen, Leuchttürmen und anderen interessanten Orten vorbei.

Links die Moulin de Craca, rechts Abbaye de Beauport.

Links die Moulin de Craca, rechts Abbaye de Beauport.

The Sculptured Rocks – ein Künstler hatte Langweile und hat einen ganzen Küstenabschnitt mit seinen bildhauerischen Fähigkeiten verschönert.

The Sculptured Rocks – ein Künstler hatte Langweile und hat einen ganzen Küstenabschnitt mit seinen bildhauerischen Fähigkeiten verschönert.

Der Märchenwald von Huelgoat.

Wieder etwas im Landesinneren erkunden wir in Huelgoat einen tollen Märchenwald. Hier befindet sich auch die Grotte von König Artus, die ziemlich cool ist. Aber auch ohne den ganzen legenden Firlefanz wäre es hier richtig schön. Kupferfarbene Bachläufe und runde Hinkelsteine wissen uns durchaus zu gefallen. Endlich fahren wir zu meinen Leuchttürmen. Doch ehe wir dort ankommen besichtigen wir noch die Mont Saint-Michel de Brasparts, eine winzige Kirche auf einem Hügel. Nach drei Ave Maria und einmal Ubi et orbi sitzen wir wieder in unserem Raumschiff und steuern den ersten richtig geilen Leuchtturm an.

Links: Kirby in unserem Bulli und rechts Dani am Wandern durch den Wald von Huelgoat.

Der Wald von Huelgoat

Der Wald von Huelgoat

Mont Saint-Michel de Brasparts

Mont Saint-Michel de Brasparts

Die Tage der Leuchttürme

Angekommen am ersten Leuchtturm den „Pointe de Kermorvan“ in Le Conquete haben wir einen unfassbar starken Parkplatz direkt am Meer gefunden. Am Leuchtturm selber gebe ich zu Sonnenuntergang richtig Gas, mache allerhand Bilder und lerne Thomas aus Koblenz kennen, der ebenfalls Spaß daran hat, schöne Landschaften zu fotografieren. Auch am nächsten Tag stehen ein paar Leuchttürme auf dem Programm. Der „Phare du Petit Minou“ soll es heute Abend sein. Doch ehe es so weit ist, schauen wir noch Surfern zu, die versuchen, auf der rauen See ein paar Wellen zu reiten. Am Abend treffe ich Thomas wieder, der auch diesen Turm auf seinen Zettel hatte.

Phare du Petit Minou

Phare du Petit Minou

Pointe de Kermorvan

Pointe de Kermorvan

Die Crozon Halbinsel

Die Halbinsel von Crozon ist in der Landkarte mit diversen Sternen bedacht. Hier gibt es Schiffsfriedhöfe, die Klippen von Penhir, malerische Strände mit türkiesblauem Wasser und diverse andere tolle Natur Gegebenheiten. Wir steuern das erste Mal einen Campingplatz an der mit 16€ überraschend günstig ist.

Schiffsfriedhof in Camaret-sur-Mer

Schiffsfriedhof in Camaret-sur-Mer

Klippen am Pointe de Penhir

Klippen am Pointe de Penhir

Es gibt in der Bretagne unglaublich viele Farne.

Es gibt in der Bretagne unglaublich viele Farne.

Mittelalter Idylle in Locronan

Locronan ist ein kleines Mittelalterdorf das mit gerade einmal 814 Einwohner zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört. Auch hier haben wir wieder einen herrlichen Platz für die Nacht gefunden der es uns erlaubt, zu Sonnenuntergang noch einmal in das kleine Dörfchen zu stiefeln. Das ich dabei hauptsächlich gute Fotos im Sinn habe, brauche ich hier glaube ich keinen mehr sagen. Interessante Einblicke liefert diese Aktion allemal – scheint es doch so, als wäre der Ort am Abend komplett ausgestorben.

Locronan

Abschluss einer tollen Reise

Nach Locronan legen wir noch einen Strandtag auf der Quiberon Halbinsel ein. Hier ist es uns aber eigentlich zu touristisch. Die Sonne knallt und kein einziger Baum ist in Sicht. Alles andere als optimal für so ein Schattengewächs wie mich. Ich kümmere mich abends noch um den Arche de Port Blanc, einen großen Steinbogen, den die Natur geformt hat, eher wir am nächsten Morgen so langsam die Heimreise antreten. Dort kommen wir am Forêt de Brocéliande vorbei – ein bewaldetes Gebiet, das eigentlich nur durch diverse Sagen und Legenden um Merlin Beachtung findet. Da diese Dinge aber nur theoretisch existieren finde ich nicht sehr viele gute Fotomotive. Wir wollen den letzten Tag noch einmal am Le Mont-Saint-Michel verbringen und werden dort mit einem fantastischen Sonnenuntergang gesegnet. Von hier aus sind es gut 1.000 Kilometer, die wir am Stück in den Asphalt brennen.

Arche De Port Blanc

Arche De Port Blanc

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1 Kommentar zu „Eine unvergessliche Reise durch die Bretagne und Normandie“

  1. 3. Juli 2018 um 17:44
    Thomas

    Hallo Philipp,
    ich habe mit großem Interesse Deinen Reisebericht gelesen. Nach dem Lesen hast Du mich auf den Geschmack gebracht, noch weitere Orte anzusteuern. Die Crozon-Halbinsel haben wir nach Deinem Tipp vor Ort aber noch gemacht – sehr lohnenswert.
    Ein Hammerbild ist das Motiv „Mont Saint-Michel de Brasparts“. Das gefällt mir sehr.
    Am Phare du Petit Minou habe ich später auch nochmal fotografiert. Und was ist passiert? Auf dem Rückweg war das Tor zur Festung abgeschlossen, während es an den Vortagen durchgängig offen stand. Ich habe dann mit einem Schweizer in der Dunkelheit Gott sei Dank noch einen (riskanten) Ausweg gefunden. In den Folgetagen war das Tor weiterhin abgeschlossen. Als Grund wurde mir genannt, dass Schüler in diesen Tagen ihren Schulabschluss machten und die Gefahr bestand, dass sie sich besoffen auf den Weg zum Leuchtturm begaben.
    Alles Gute für Euch auf Euren weiteren Reisen

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