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Die Alpen im Herbst: Entdeckungsreise mit dem Camper

Reisen | 4. Januar 2020

Unserem üblichen Urlaubsrhythmus folgend nahmen wir auch dieses Jahr die ersten beiden Wochen im Oktober frei. Dieser Zeitraum ist für uns aus gleich mehreren Gründen besonders reizvoll. Die meisten Länder haben erst etwas später Herbstferien. Temperaturen sind noch gemäßigt. Die Natur ist besonders schön, weil sie so langsam bunt wird. Und nicht zuletzt hat der Oktober einen praktischen Feiertag, um den man seinen Urlaub bauen kann. Ich bin ja bekanntermaßen ein Sparfuchs, das trifft natürlich auch auf Urlaubstage zu.

Reisezeit
28.09. – 13.10.2019

Strecke
2.700 km

Highlights
Valposchiavo, Soglio, Tarasp, Cortina d’Ampezzo, Lago di Federa

Dani hat wieder ein schönes Video gedreht, das unsere Reise hervorragend zusammenfasst. Wenn ich eins vorwegnehmen kann, dann das die Schweiz auf jeden Fall eine Reise wert ist. Wir sind ja nun schon zwei Mal dort gewesen und es war jedes Mal so schön!

 

Tag 1: Bielefeld, Schloss Lichtenstein

Wir starten gemütlich in den Tag und fahren gegen 11 Uhr in Bielefeld los. Als Zwischenziel habe ich Schloss Lichtenstein ausgeguckt. Anders als so manche vermuten, steht das Schloss in Baden Württemberg. Wir stehen auf einen tollen Parkplatz auf der Schwäbischen Alb. Es ist superruhig und total schön. Hier hat sich die gute Vorbereitung schon direkt bezahlt gemacht. Mit unter suche ich manchmal ganze Sonntage nach schönen Schlafplätzen, wenn ich mich auf eine Reise vorbereite!

Wir kochen uns noch einen Pott Nudeln, stoßen mit Wein an und genießen die sternenklare Nacht. Das Schloss steht erst für morgen Früh auf dem Programm.

Bester Parkplatz auf der schwäbischen Alb. Ein traumhafter Morgen mit Sonnenschein.

Bester Parkplatz auf der schwäbischen Alb. Ein traumhafter Morgen mit Sonnenschein.

Das Schloss Lichtenstein in Baden Württemberg.

Das Schloss Lichtenstein in Baden Württemberg.

 

Tag 2: Schloss Lichtenstein, Appenzell

Der Parkplatz ist wirklich der Hammer. Die Sonne geht wie im Bilderbuch auf und wir machen uns auch schon bald auf, das Schloss zu besichtigen. Wir sind gegen 10 Uhr wieder zurück am Bulli und fahren tolle Landstraßen durch das Schwabenland. Rund um den Bodensee ist es ein schönes Gewürge. In Bregenz geht es nur mit 10 km/h vorwärts. Aber wir schaffen es noch rechtzeitig zum Wanderparkplatz in der Nähre von Appenzell. Wir wollen das Abendlicht auf den Schäffler (Berg) fotografieren und machen uns nach einer kleinen Pause los, die 1000 Höhenmeter zu besteigen. Hoch ist immer leicht aber runter bin ich am Kotzen! Mit unseren Stirnlampen ausgerüstet kommen wir in der tiefen Nacht vollkommen erschöpft am Parkplatz an, ziehen uns 500 g Nudeln rein und schlafen komatös ein.

Auf dem Weg zum Schäfler im Schweizer Alpstein Gebirge.

Auf dem Weg zum Schäfler im Schweizer Alpstein Gebirge.

Die Aussicht vom Schäfler bei Sonnenuntergang. Der Wahnsinn oder?

Die Aussicht vom Schäfler bei Sonnenuntergang. Der Wahnsinn oder?

Impressionen von unserer Wanderung. Link das Gasthaus Aescher-Wildkirchli.

Impressionen von unserer Wanderung. Link das Gasthaus Aescher-Wildkirchli.

 

Tag 3: Appenzell, San Romerio

Die Nacht war schrecklich, es zog ein Sturm auf und es war sehr ungemütlich in unserem Aufstelldach. Ich hatte schon Sorge, dass der Zeltstoff reißt, aber es ging gerade noch mal gut. Wir fahren weiter und duschen nach ein paar Kilometern am Autobahnrastplatz Heidiland. Die Duschen hier sind ganz vorzüglich, sogar an Musik im Badezimmer wurde gedacht! Es ist schon Nachmittag und wir wollen noch zum Landwasserviadukt fahren und tun das auch.

Am Morgen gehen wir noch eine Runde im Wald spazieren und finden diese putzige Hütte im Hintergrund.

Am Morgen gehen wir noch eine Runde im Wald spazieren und finden diese putzige Hütte im Hintergrund.

Wir wollen zu einer kleinen Kapelle auf einen Berg fahren mit dem wohlklingenden Namen „San Romerio“. Die Straße ist abenteuerlich. Wie tucker 20 Minuten im ersten Gang eine Schotterpiste lang die sich in Serpentinen den Berg hochschraubt. Ich habe im Internet von einem kleinen Parkplatz gelesen und tatsächlich ist hier ein feiner kleiner Platz hoch oben in den Bergen. Es ist absolut fantastisch!

 

Tag 4: San Romairo, Poschievo, Lago di Saoseo

Wir hatten eine fantastische Nacht hier oben in den Bergen – so ruhig und still. Wir machen uns direkt nach Sonnenaufgang los die schöne morgendlichen Stimmung an der kleinen Kapelle zu fotografieren und zu filmen. Es ist absolut hinreißend! Noch am Vormittag machen wir uns auf das kleine Örtchen Poschiavo zu erkunden. Es scheint die Sonne und es sind angenehme 18 Grad. Diese Region hier ist absolut überragend!

Die Kirche San Romairo hoch oben in den Schweizer Bergen.

Die Kirche San Romairo hoch oben in den Schweizer Bergen. Mein absolutes Highlight der Reise.

Tolle Häuser hier, da möchte man doch direkt einziehen oder?

Tolle Häuser hier, da möchte man doch direkt einziehen oder?

Schöne Altstadt in Poschiavo, nur wenige Kilometer vor der italienischen Grenze.

Schöne Altstadt in Poschiavo, nur wenige Kilometer vor der italienischen Grenze.

Der Ort Poschiavo in der Region Valposchiavo in Graubünden (Schweiz).

Der Ort Poschiavo in der Region Valposchiavo in Graubünden (Schweiz).

Wir trödeln nach dem Mittag etwas rum und wandern danach zum Lago di Saoseo. Eine schöne 10 Kilometer Wanderung durch einen verträumten Wald mit Bachläufen und umsäumt von hohen Bergen. Es ist schon dunkel, als wir wieder am Parkplatz ankommen. Wir kurven noch gut eine halbe Stunde in der Gegend rum und finden dann einen feinen Parkplatz, der unseren Ansprüchen genügt.

Tolle Wanderung zum Lago Di Saoseo im Engadin (Schweiz)

Tolle Wanderung zum Lago Di Saoseo im Engadin (Schweiz)

Der Lago Di Saoseo in der schönen Schweiz.

Der Lago Di Saoseo in der schönen Schweiz.

Links ein paar Esel, die wir unterwegs gesehen haben und recht unsere kleine Bergziege Kirby.

Links ein paar Esel, die wir unterwegs gesehen haben und recht unsere kleine Bergziege Kirby.

 

Tag 5: Engadin, Soglio

Es hat die Nacht kräftig geregnet! Als wir morgens mit Kirby spazieren gehen hat es aber zum Glück schon wieder aufgehört. Wir brausen zur Steinbock-Promenade nach Pontresina und zum Silsersee. Das war alles so mittelmäßig. Richtig geil wird es, als wir in Abendstimmung das Dorf Soglio entdecken. Es soll eines der schönsten Dörfer der Schweiz sein, hoch oben in den Bergen liegend. Hier ist die Zeit im 18 Jahrhundert stehen geblieben. Es ist so urig und es riecht überall nach Kaminholz. Ein tolles Erlebnis! Wir suchen noch schnell einen guten Schlafplatz und werden einen Ort weiter fündig. Der Tag endet mit einem Pott Nudeln und einem großen Glas Rotwein – herrlich.

Wanderung am Silsersee in der Schweiz.

Wanderung am Silsersee in der Schweiz.

Der Ort Soglio in der Schweiz – ein Traum!

Der Ort Soglio in der Schweiz – ein Traum!

Noch ein paar Impressionen aus der schönen Altstadt hoch oben in den Bergen.

Noch ein paar Impressionen aus der schönen Altstadt hoch oben in den Bergen.

 

Tag 6: Engadin, St. Moritz, Tarasp

Wir sind zeitig aufgestanden und klappern nach und nach ein paar Sehenswürdigkeiten ab. Am Stazersee in St. Moritz gefällt es uns am besten und das Wetter ist hier auch so schön.

Der Stazersee in St. Moritz. Was für eine Kulisse!

Der Stazersee in St. Moritz. Was für eine Kulisse!

Meine Aufzeichnungen sehen vor, als Nächstes zum Schloss Tarasp zu fahren. Wir finden einen tollen Parkplatz im Wald, sondieren die Gegend und ich bekomme danach endlich meinen Cappuccino! Den hatte ich mir schon die ganze Zeit gewünscht. Zum Sonnenuntergang fotografieren wir das Schloss, das heroisch über dem Tal thront umsäumt von geilen Bergen. Es ist hier richtig am Fetzen! Die Temperaturen sollen die Nacht bis auf -2 Grad runter gehen – das wird ein Spaß!

Schöner Platz im Wald, so übernachten wir am liebsten.

Schöner Platz im Wald, so übernachten wir am liebsten.

Schloss Tarasp in Abendstimmung.

Schloss Tarasp in Abendstimmung.

 

Tag 7: Tarasp, Süd Tirol, Vernagt Stausee

Die Nacht was wie vorhergesagt eisig kalt. Wir stehen zeitig auf, um am nahe gelegenen See ein paar Bilder mit Stimmung zu machen. Den Morgennebel auf den ich gehofft hatte, gibt es aber leider. Es kann ich nicht alles klappen.

Spaziergang um den See Lai Nair in Tarasp.

Spaziergang um den See Lai Nair in Tarasp.

Wir fahren über den Reschenpass nach Süd Tirol. Auf einem Rastplatz, den ich vorher rausgesucht hatte, duschen wir uns. Die Dusche ist wirklich herrlich ja nahezu göttlich! An unzähligen Apfelbäumen vorbei fahren wir weiter zum Vernagt Stausee in Südtirol, denn wir in 1,5 Stunden fußläufig umrunden. Wir finden ganz in der Nähe einen tollen Parkplatz im Wald und schlagen unser Lager auf. Es ist schon wieder sau kalt!

Wanderung um den Vernagt Stausee in Süd Tirol.

Wanderung um den Vernagt Stausee in Süd Tirol.

 

Tag 8: Vernagt, Wasserfall Paschins, Gaulschlucht Lana, Schloss Lemberg, Burg Hocheppan

Damit uns etwas warm wird, wandern wir nach dem Aufstehen auf die Bergl Alm. Für ein heißes Getränk auf der Hütte sind wir zu früh, aber die Tour hat uns auf jeden Fall ganz schön eingeheizt, auch wenn es unterwegs sogar leicht geschneit hat!

Wir sausen weiter in Richtung Meran. Unterwegs kaufen wir ein paar Äpfel und Saft. Hier gibt es so unfassbar viele Obstbäume, das hab ich auch noch nie gesehen! An einem Wasserfall machen wir Mittag. Es sind mediterrane 20 Grad was ein krasser Kontrast zu heute Morgen! Wir ziehen uns auch noch die Gaulschlucht in Lana rein und das Schloss Lebenberg eher wir am Abend an der Burg Hocheppan unser Lager aufschlagen. Wir beschließen, den Aufenthalt in Süd Tirol etwas kürzer zu gestalten als ursprünglich geplant. Es ist hier doch sehr voll und touristisch. Das hat uns in der Ostschweiz sehr viel besser gefallen.

Die Gaulschlucht in Lana ganz in der Nähe von Meran.

Die Gaulschlucht in Lana ganz in der Nähe von Meran.

Schloss Lebenberg in Meran (Süd Tirol)

Schloss Lebenberg in Meran (Süd Tirol)

 

Tag 9: Burg Hocheppan, Völs am Schlern, Armentarawiesen

Wir schaffen es zum Sonnenaufgang auf die Burg und ich schieße ein paar Fotos von dort. Auf dem Rückweg stibitze ich mir einen Apfel und wir fahren weiter nach Völs am Schlern, wo es eine kleine Kapelle zu fotografieren gibt.

Die Burg Hocheppan bei Sonnenaufgang. Im Hintergrund sieht man die Stadt Bolzano.

Die Burg Hocheppan bei Sonnenaufgang. Im Hintergrund sieht man die Stadt Bolzano.

Ein paar Impressionen von der Burg Hocheppan.

Ein paar Impressionen von der Burg Hocheppan.

Völs am Schlern: kleine Kapelle vor Bergkulisse.

Völs am Schlern: kleine Kapelle vor Bergkulisse.

Gegen Mittag schlagen wir auf den Parkplatz der Armentarawiesen auf. Eine kleine Wanderung später sitzen wir wieder in unserem Bulli und sausen die kurvigen Straßen nach Cortina d’Ampezzo wo wir den ersten Campingplatz unserer Reise aufsuchen. Leider hat die Pizzeria hier nicht geöffnet, was sehr schade ist. Wir kochen uns also wieder einen Pott Nudeln und gehen wie im Urlaub üblich früh zu Bett.

Die Armentarawiesen in Süd Tirol.

Die Armentarawiesen in Süd Tirol.

 

Tag 10: Cortina d’Ampezzo, Lago di Sorapis

Es hat die Nacht geregnet, aber der Morgen startet mit herrlichen Sonnenschein. Überall dampft es aus den Bergen und Wälder, was für ein Naturschauspiel! Wir nutzen beide noch einmal die Dusche, ehe wir uns aufmachen, das schöne Örtchen zu erkunden. Cortina d’Ampezzo ist vor allem für den Wintersport bekannt. Die Olympischen Winterspiele 1956 wurden hier ausgetragen und eine Bewerbung für 2026 läuft bereits.

Was für ein Schauspiel wenn morgens der Dampf aus den Wäldern steigt.

Was für ein Schauspiel wenn morgens der Dampf aus den Wäldern steigt.

Wir wandern nach dem Mittag zum Lago di Sorapis. Der Bergsee hat diesmal noch weniger Wasser, als das letzte Mal aber die Tour war trotzdem schön. Wir kampieren am Paso di Gau, der Startpunkt unseren nächsten Abenteuers. Ich möchte bei Sonnenaufgang am Lago di Federa sein. Mal sehen, ob das morgen klappt.

Wanderung zum schönen Lago di Sorapis.

Wanderung zum schönen Lago di Sorapis.

 

Tag 11: Cortina d’Ampezzo, Lago di Braies

Wir starten aller Herrgottsfrühe zu unserer Wanderung zum Lago di Federa in den Dolomiten. 4 Kilometer und 400 Höhenmeter sind zu überwinden. Der Aufwand hat sich gelohnt. Wir sehen einen tollen Sonnenaufgang über den See! Wir erkunden noch etwas die Gegend und kehren dann wieder zu unserem Bulli zurück.

Sonnenaufgang am Lago di Federa.

Sonnenaufgang am Lago di Federa.

Da es in Bayern stark regnen soll entscheiden wir uns, noch etwas in dieser Gegend zu bleiben und statten den Lago di Braies noch einen Besuch ab. Das Wetter ist toll und wir sehen dem Treiben am See entspannt zu. Direkt am Tümpel wollen wir auch übernachten und tun das auch.

 

Tag 12: Lago di Braies, Bruneck, Seiser Alm

Hier am See ist morgens schon ordentlich was los. Die Nacht ist um 8 Uhr vorbei und über dem Tal liegt ein mystischer Dunst. Wir drehen noch eine Runde um den Tümpel und sehen uns das lustige Treiben an. Unfassbar wie viele Fotos hier jeden Tag gemacht werden. Hochzeitspaare, Asiaten, Hobbyfotografen, alles tummelt sich um das kleine Bootshäuschen.

Der Lago di Braies ist einfach immer wieder schön!

Der Lago di Braies ist einfach immer wieder schön!

Der Tag heute bleibt grau und kalt. Wir entschließen uns, durch das Städtchen Bruneck zu schlendern und ein bisschen in Geschäften zu bummeln. Ein komischer Tag.

 

Tag 13: Seiser Alm, Eibsee, Grünzburg

Wir erleben den Sonnenaufgang auf der Seiser Alm und haben am Ende sogar richtig Glück, das der Parkwächter uns nicht die 18€ Tagessatz abknöpft sondern uns kostenlos ziehen lässt! Wir fahren jetzt Richtung Heimat. Am Eibsee in Garmisch drehen wir noch ein Ründchen, ehe wir in Grünzburg einen Platz für die Nacht finden. Wir holen uns Pizza und lassen es uns Mal gut gehen. Wir stoßen mit ein paar italienischen Bieren an uns lassen den Urlaub Revue passieren.

Die Seiser Alm – so ziemlich das Schönste was Süd Tirol so zu bieten hat.

Die Seiser Alm – so ziemlich das Schönste was Süd Tirol so zu bieten hat.

 

Tag 14: Günzburg, Bielefeld

Die Nacht war ruhig und sehr erholsam. Wir gehen am Morgen noch eine Runde in dem Naturreservat an dem wir geparkt haben und fahren anschließend die gut 500 Kilometer nach Hause. Wie üblich sind die deutschen Autobahnen eine einzige Baustelle und ein Stau folgt dem anderen. Um 17 Uhr erreichen wir endlich Bielefeld und sind den Rest des Tages damit beschäftigt, unser Geraffel in die Bude zu schleppen.

Ein Naturreservat bei Günzburg in Bayern.

Ein Naturreservat bei Günzburg in Bayern.

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